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Die Schwarmbeben im Vogtland

Das Vogtland, vor allem das Obere Vogtland ist ein tektonisch sehr aktives Gebiet. Die sogenannten „Schwarmbeben“ - das sind Mikro-Erdbeben -, die periodisch und in großer Zahl auftreten. Allein in den Monaten Juli des Jahres 1985 bis Januar 1986 sind mehr als 200 solcher Beben aufgetreten. Trotz der geringen Intensität werden sie von den Menschen wahrgenommen. Die Gläser klirren in den Schränken und feine Haarrisse durchziehen die Wände. Dieses Phänomen gibt es eigentlich schon immer, die Berichte reichen 500 Jahre zurück, und auch in den letzten Jahren konnten es beobachtet werden.

Warum nun kommen im Vogtland häufig Erdbeben vor? Der nordböhmische Tertiärgraben (ein bedeutendes Grabensystem Mitteleuropas) streift das Vogtland. Dabei schieben sich das Vogtland (geologisch Teil des Fichtelgebirgs-Erzgebirgssattels) in Richtung Böhmen. Das hatte in grauer Vorzeit die Folge, daß sich das Erzgebirge um mehr als 1000 m auftürmte, während sich die Gegend um Eger absenkte. Das alles war mit einem regen Vulkanismus verbunden wovon zum Einem die Diabas- und Basaltvorkommen und zum Anderen die Mineralquellen der Kurbäder zeugen.

Schwarmbeben werden auch in Zukunft immer wieder im Vogtland auftreten, mit starken Erdbeben oder gar Vulkanausbrüchen ist jedoch nicht zu rechnen.

Nach neueren Erkenntnissen befindet sich unter dem Egerer Becken eine gigantische Magmablase, aus der das in den dortigen Schlammvulkanen aufsteigende Kohlendioxid entstammt. Sollte irgendwann einmal dises Magma in höhere Erdschichten aufsteigen, so könnten dort erneut Vulkane entstehen.

Der Kapellenberg von Böhmen aus gesehen