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Geschichtliches

Das Vogtland

Das Land der Vögte

terra advocatorum

1122 erstmalig urkundlich erwähnt:

"pagus dobna" (Dobnagau)

Das Gebiet zwischen Weißer Elster und Erzgebirge war einst ein großes zusammenhängendes Waldgebiet. Vorherrschend war die Eiche (sorbisch dobna = Eiche).

In den Flußniederungen waren slawische Stämme ansässig. Vor etwa 1000 Jahren setzte die germanische Besiedelung durch fränkische und bayrische Bauern ein.

So sind ab 1100 Burganlagen nachweisbar

Ab 1209 setzten die Staufer (Friedrich Barbarossa), das herrschende deutsche Königsgeschlecht als Reichsministeriale (Oberste Verwaltungsbeamte) Vögte ein. Das Stammhaus war in Weida. Um 1214 siedelte der Vogt von Weida zur Christianisierung der slawischen Bevölkerung in Plauen den Deutschen Ritterorden an, übergab diesem 1224 die Johanniskirche, große Güter und beträchtlichen Grundbesitz. Dabei setzte Heinrich der Mittlere von Weida seinen zweiten Sohn Heinrich I. den Älteren als ersten Vogt in Plauen ein (Alle Vögte, auch deren Nachkommen die Fürsten zu Reuß, hießen Heinrich). Die Schenkungsurkunde ist vom 29.5.1244. Die Plauener Vögte spielten auch später eine große Rolle beim Deutschen Orden. So ist Heinrich von Plauen als letzter Hochmeister des deutschen Ordens in die Geschichte eingegangen.

Da das Vogtland von wichtigen Handelsstraßen von Franken nach Sachsen und von Böhmen nach Thüringen durchzogen wird, entwickelte sich das Land ziemlich schnell. Auch in Oelsnitz war eine Vogtei (Voigtsberg) und Adorf im Süden war ein Stützpunkt gegen Böhmen.

Auf Grund seiner strategischen Lage weckte das Vogtland Begehrlichkeiten sowohl bei der böhmischen Krone als auch auf sächsischer Seite durch das Haus Wettin. So kam es:

1354 - 1355

zum 1. Vogtländischen Krieg und

1358

zum 2. Vogtländischen Krieg, wo Böhmen und die Wettiner die Vögte schlugen. Die Heere verwüsteten das Burgennetz im Vogtland. Es folgten Besitzabtretungen.

1430

verheerten Hussiten das Vogtland und nahmen die Burg von Plauen ein. Sie richteten ein Blutbad unter der Bevölkerung an und schlachteten 171 Opfer

1466

ging die Herrschaft über das Vogtland entgültig an die Wettiner über

1485

teilten die Wettiner das Land in eine ernestinische und eine albertinische Linie. 1541 regiert Herzog Moritz von Sachsen

1546

im Schmalkadischen Krieg kämpfen Kaiser Karl V und König Ferdinand von Böhmen gegen Kursachsen. Adorf fällt, Niederlage bei Oelsnitz

1547

erhält der einflußreiche Heinrich IV. von Plauen, Burggraf von Meissen den ehemaligen vogtländischen Besitz zurück und stellt ihn unter die kursächsische Oberlehenshoheit.

1577

Kursachsen vereint seine vogtländischen Gebiete als den "Voigtländischen Creis"

1602

Plauen wird zur Hauptstadt des vogtländischen Kreises erhoben

Nunmehr ist seit über 400 Jahren das sächsische Vogtland ein fest umrissenes Gebiet mit einer Fläche von 1400 Quadratkilometern.