Zurück

Der Eisenberg - noch immer geheimnisumwittert

Zurück zur Startseite

Die bronzezeitliche Festung nach einem Modell aus den 50er Jahren

An der Pöhler Talsperre, gleich an der Sperrmauer finden wir unweit des Julius-Mosen-Turmes die Reste einer mächtigen Festung aus der Frühgeschichte. Hinweistafeln zeigen uns am Südeingang die Lage der einstigen Burg, die unter hohen Erdwällen begraben ist. Man schätzt, das die Anlage vor zwei- bis dreitausend Jahren errichtet worden ist. Die Ausmaße von einer Länge von 400m und einer Breite von 150m lassen darauf schließen, dass sie zum Schutz der dort ansässigen Menschen diente. Sie ist mit ihrem Doppelwall und den Palisaden ein Bodendekmal aus der Bronzezeit von hoher Bedeutung.

Die Festungsanlage entdeckte um 1910 Ferdinand Mohr. Er grub einen 150m langen Schnitt durch den doppelten Wall am Südende der Befestigung, wo der Zugang vermutet wird. Neben einigen Scherben stieß man auf Schlacke. Man geht davon aus, dass es eine große Brandkatastrophe gegeben hat, da auch der dortige Grünstein (Diabas) eine blasige Oberfläche hat, was auf Temperaturen von mindestens 1100°C schließen läßt. Noch weiß man aber nicht, ob dies durch kriegerische Auseinandersetzungen oder einen Unfall geschehen ist.

Auf Grund der Größe der Anlage wird ein bedeutender prähistorischer Kulturkreis angenommen. Die etwa 20 nachgewiesenen bronzezeitlichen Hügelgräber in der Nähe der Anlage lassen den Schluß zu, dass es doch eine größere Besiedlung gab als bisher angenommen. Ob das bei Liebau gefundene Kriegergrab mit der Eisenbergkultur in Verbindung stand ist nur eine Vermutung. Es könnte allerdings ein wichtiger Hinweis sein, daß die Volksburg bis zum Übergang in die Eisenzeit genutzt wurde. In dem Hügelgrab fand man neben Bronzeschmuck bereits eiserne Waffen. Für künftige Forschungen gibt es also noch jede Menge offene Fragen.

Ferdinand Mohr 1910 im Grabungsschnitt

Blick auf die Anlage, im Vordergrund Fundamentreste des ehemaligen Huthauses