Wie die Zeulenrodaer zu ihrem Spitznamen kamen
Im Vogtland bis weit ins thüringer Land sind die Zeulenrodaer als die "Karpfenpfeifer" bekannt. Wie es dazu kam erzählt die folgende kleine Geschichte:
Zu den Hochzeitsfeierlichkeiten anlässlich der Vermählung einer Greizer Grafentochter waren auch zwölf ehrbare Zeulenrodaer Bürger zu Wach- und Aufwartediensten in die Greizer Residenz befohlen. Zu den Gaumengenüssen der Hochzeitstafel zählte auch ein Karpfengericht nach echt vogtländischem Rezept. Die Karpfen waren am Tag zuvor aus dem einzigen Teich der Greizer Stadtflur, dem Binsenteich am Fuße des Schlossberges, gefischt worden. Der Teich war aber vom Zulauf des Hof- und Küchenwassers so arg verschlammt, dass die Karpfen gar gräulich nach Schlamm schmeckten.
Die Zeulenrodaer, die zu dieser Zeit wohl mehr als hundert Fischteiche in ihrer ausgedehnten Stadtflur besaßen, galten nicht nur als beste Kenner auf dem Gebiet der Karpfenzucht, sondern waren auch vorzügliche Feinschmecker.
Sie verzogen „das Maul" ob des abscheulichen Geschmacks und schickten das Fischgericht wieder an die Hofküche zurück mit dem wenig schmeichelhaften Kompliment:
"Wir Zeulenrodaer pfeifen auf solche Schlammkarpfen!"
Da habe sich der Hofkoch in seiner Küchenehre tief getroffen gefühlt und die Verächter seiner Kunst im Zorn